alles zu "Lebensläufe"

MDR|Lebensläufe|

29:45 Minuten

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Mit dem Cello um die Welt - Jan Vogler -

Er wird weltweit als "Sänger auf 4 Saiten" gefeiert - der Cellist Jan Vogler. Der Klang des Cellos komme von allen Instrumenten der menschlichen Stimme vielleicht am nächsten, findet nicht nur der 55-Jährige. Jan Vogler bekam dieses Instrument, nachdem für seinen älteren Bruder im Familienorchester schon die Geige bestimmt war. In Berlin geboren, wuchs er mit Blick zur Mauer in der geteilten Stadt auf und flüchtete gern aus der "begrenzten Realität" der DDR in die Notenwelt von Bach, Beethoven und Schumann. Und war dabei so gut, dass er 1984 zum Vorspiel bei der Dresdner Staatskapelle eingeladen und schließlich Erster Konzertmeister Violoncello wurde. Seit 1997 gastiert Vogler sehr erfolgreich als Solist in den berühmtesten Konzerthäusern auf allen Kontinenten. Zuhause fühlt er sich gleichermaßen in Dresden und New York. An der Elbe genießt er die Kulturtradition, in Big Apple die Inspiration. Auf einem Flug in seine Wahlheimat New York lernte er den amerikanischen Schauspieler Bill Murray kennen. Sie wurden Freunde und treten seitdem gemeinsam auf. Ihre CD "New Worlds" schaffte es sogar auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts. Logisch, dass sie mit dem Programm auch bei den Dresdner Musikfestspielen auftraten, deren Intendant Vogler seit 2009 ist. Als künstlerischer "Außenminister" Dresdens arbeitet Jan Vogler seitdem daran, "Fäden mit der Welt zu knüpfen", denn er ist überzeugt davon: "Eine Qualität der Musik ist, dass sie Menschen eher verbindet als trennt." Darum ist er gern mit dem Cello in der Welt unterwegs, wie der Film in Wien, Berlin, New York und Dresden zeigt.

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Richard Hartmann - Der Lokomotiv-König von Chemnitz - Film von René Römer

Seinen Namen kennt im Erzgebirge jedes Kind. Und seine Geschichte erzählt sich wie die des kapitalistischen Ur-Versprechens "Vom Tellerwäscher zum Millionär". Die Rede ist davon, wie der mittellose Handwerksgeselle Richard Hartmann zum sächsischen Maschinenbau-Pionier, dem Lokomotiv-König von Chemnitz wurde. Zunächst als schlichter Werkzeugschmied, schon bald als Vorarbeiter, hatte Richard Hartmann 1.000 Taler zusammengespart, mit dieser Summe einem mittellosen Tüftler eine neuartige Textilmaschine abgekauft und weiter entwickelt. Die wurde zum Durchbruch für den begnadeten Firmengründer. Es folgte die Entwicklung von Dampfmaschinen, Turbinen und Bergwerksausrüstungen, die für seinen märchenhaften Reichtum sorgte. Die Hartmann-Werke gaben im Jahr seines Todes 1878 mehr als 2700 Menschen Lohn und Brot. Neben den großen deutschen Industriellen, die ebenfalls Lokomotiven von Weltruf bauten, wie Borsig in Berlin oder Krauss-Maffei in München, war es vor allem Richard Hartmann mit seinen Chemnitzer Unternehmen, der die imposantesten und leistungsstärksten Dampfrösser, die Zugpferde des Fortschrittes jener Ära konstruierte und bauen ließ. Nicht selten ist es eine uralte, aber eben noch immer funktionstüchtige Hartmann-Lok, die auf den historischen Schmalspurbahnen deutscher Mittelgebirge dampft und große wie kleine Touristen begeistert.

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Der Schneider der Präsidenten - Die lange Reise des Maxmilian Grünfeld

Max Grünfelds idyllische Kindheit endet abrupt im April 1944. Während des Pessach-Festes wird er mit seiner Familie von deutschen Soldaten im slowakischen Dorf Pavlovo (heute Ukraine) abgeholt und ins Ghetto von Mukatschevo gebracht. Von hier werden die Grünfelds direkt nach Auschwitz deportiert. Fast alle werden dort in den Gaskammern ermordet - nur Max und sein Vater kommen in Arbeitskommandos. Im Januar 1945 muss Max auf den Todesmarsch nach Buchenwald. Auch dieses Konzentrationslager überlebt er. Nach dem Krieg irrt er noch zwei Jahre durch Osteuropa - auf der Suche nach seinem Vater. In einem Budapester Flüchtlingslager erfährt er, dass sein Vater, eine Woche vor der Befreiung, in Thüringen erschossen wurde.Im Wissen, dass er der letzte Überlebende seiner Familie ist, beschließt er, in die USA auszuwandern. Als 19-Jähriger kommt er nach New York. Aus Maxmilian Grünfeld wird Martin Greenfield. Er beginnt als Laufbursche in einer Schneiderei in Brooklyn und arbeitet sich dort zu einem der begehrtesten Herrenmaßschneider der USA hoch. Als "Doktor der Anzüge" kleidet er fortan die politische und kulturelle Elite Amerikas in feines Tuch - von Eisenhower bis Obama, von Paul Newman bis Leonardo DiCaprio. Inzwischen haben seine Söhne Jay und Tod die Geschäftsführung der "factory" übernommen. Martin Greenfield ist auch mit 90 Jahren noch täglich vor Ort. Seine prägenden Lebenserinnerungen hat er aufgeschrieben, weil "die jungen Leute davon erfahren müssen".

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Herr der langen Finger – Der Bildhauer Volkmar Kühn - Film von Daniel Baumbach

Es gibt keinen Bildhauer in Thüringen, der mit seinen Werken in der Öffentlichkeit präsenter ist als Volkmar Kühn. Seine charakteristischen Figuren und Figurengruppen prägen die Ortsbilder von Erfurt, Gera, Rudolstadt, Ilmenau, Greiz oder Kloster Paulinzella. Nicht zu vergessen: Kloster Mildenfurth im ostthüringischen Wünschendorf. Seinen Wohnort hat er in Jahrzehnten zu einem Skulpturen-Park und einer historischen Galerie gemacht hat. Kühns Werk zeichnet sich aus durch großes handwerkliches Können, unverwechselbare figurative Ästhetik und besonderes Wissen über die Tieranatomie. Und trotzdem, so sagte ein Kunstkritiker, wurde "der kleine große Mann von der Kunstwelt ein wenig vergessen". Die Ruine des alten Prämonstratenser-Klosters aus dem 12. Jahrhundert ist ein verwunschener Ort - vor allem durch die Skulpturen von Volkmar Kühn. Seit 50 Jahren leben er und seine Frau im und am ehemaligen Kloster, das im 16. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut, aber nie vollendet wurde. Menschen mit Pferdeköpfen, Schlangenmenschen, Reiter zu Pferde, Bischöfe - androgyn, mit spitzen Nasen, langen Armen und langen Fingern, mit sparsamer Mimik und Gestik, manche durch Masken verhüllt, fast alle nackt und mit deutlich ausgeformten Geschlechtsteilen. Die Anlage liegt noch ein bisschen im Dornröschenschlaf, nicht zuletzt, weil es an Ideen und Geld für eine umfassende Nutzung fehlt. Doch seit Jahrzehnten kämpfen die Kühns für deren Erhaltung und Neunutzung. Und der Bildhauer schafft durch seine Kunst Bezüge zur Vergangenheit. Fast symbolhaft ist sein "Mildenfurther Kreuzmensch", der am monumentalen Westportal der früheren Klosterkirche steht. Auch die drei Mönche an der Mauer zum heutigen Schlossgebäude weisen auf die Klosterkirche hin, von der man heute nur noch mit Blick auf den Grundriss die Ausmaße erahnen kann. Der Film von Daniel Baumbach erzählt Volkmar Kühns Lebensgeschichte - von den Anfängen vor über 70 Jahren im thüringischen Königsee, seiner frühen Neigung zur Kunst, seiner Ausbildung zum Keramik-Modelleur, seiner Arbeit als Tierpfleger im Leipziger Zoo, seinem späterem Kunststudium ebenfalls in Leipzig sowie der mittlerweile Jahrzehnte langen Arbeit als freier Künstler, der immer Auftragskunst ablehnte und nur schuf, was ihm wichtig erschien. Kühn ist ein eigenwilliger Charakter, der Tiere, wie seine Deutsche Dogge, über alles liebt, mit den Menschen und der Aufgeregtheit der Gegenwart aber weniger klarkommt. Seine Kämpfe mit der Denkmalpflege für eine Nutzung Mildenfurths im Hier und Jetzt werden genauso thematisiert, wie seine künstlerische Bedeutung und die Frage nach dem, was von ihm und seiner Kunst bleibt. Weggefährten, Kunstexperten und Sammler kommen zu Wort kommen - über einen Künstler, der einer der ganz Großen im mitteldeutschen Raum ist, aber bisher nur wenig nationale und internationale Beachtung erfuhr.

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Dagmar Manzel - Porträt einer Anti-Diva - Film von Maria Wischnewski und Josephine Links

Als Kind überzeugter kommunistischer Eltern wächst Dagmar Manzel auf. Die Arbeiterklasse über alles. Sie selbst nennt sich bis heute Facharbeiterin für Schauspielkunst. Bloß nicht abheben. Daher die Ablehnung jedweder "Roter Teppich-Allüren". Die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule macht sie heimlich. Die Herkunft prägt sie bis heute, ist Motor, Richtwert, Leitfaden. Und gleichzeitig ist sie der Beengung dieser Bodenständigkeit entflohen durch ihre Berufswahl. Hier ist der Riss, der Schmerz, der stete Kampf mit sich selbst, der sie zu solch einer Künstlerin macht. Dem über alles geliebten Vater zuliebe tritt sie sehr jung in die SED ein. Mit ihrem Eintauchen in die Schauspielwelt und Bohème der achtziger Jahre in Ost-Berlin, entscheidet sie sich durch die neuen Einflüsse für einen Austritt aus der Partei und nimmt statt dessen noch im Osten den katholischen Glauben an. Sie hat bis heute einen starken Glauben, auch wenn sie eine sehr eigene Haltung entwickelt hat, wie man diesen lebt. Ihr erfolgreicher Weg ist eine der erstaunlichsten Karrieren im Nachwendedeutschland. Können und auch Glück ebneten diesen Weg. Im Jahr des Mauerfalls stirbt ihr Vater. Sie sagt, vielleicht besser so und dass er diese politische Entwicklung nie verkraftet hätte. Das ist bis heute ein wichtiges Thema, wie sie eine Haltung zu ihrer ostdeutschen Herkunft entwickelt hat. Und trotzdem weiß sie, dass sie all die Möglichkeiten, die sich nach dem Mauerfall eröffneten, sonst nie bekommen hätte und sehnt sich sicher nicht zurück.

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