alles zu "Glaubwürdig"

MDR|Glaubwürdig|

04:50 Minuten

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Glaubwürdig: Grit Wagner

Ihre Mutter war alkoholsüchtig und trank während der Schwangerschaft. Mit den Folgen muss Grit Wagner bis heute leben: Panikattacken, ein geschädigtes Gehör und Orientierungslosigkeit. Das Fetale Alkoholsyndrom (FASD) ist kaum bekannt und auch dadurch wurde sie lange nicht richtig behandelt, hat Ablehnung, Spott und Misshandlungen erfahren. Doch in der Gemeinschaft des Christlichen Körperbehinderten Vereins Annaberg und im Glauben an Gott findet die Fünfzigjährige Halt und Hoffnung.

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04:47 Minuten

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Glaubwürdig: Kerstin Didszun

Bis vor zwei Jahren war sie ein glücklicher Mensch. Kerstin Didszun, Gärtnerin von Beruf, verheiratet, zwei Töchter und der Nachzügler Martin. Alle drei schon erwachsen. Eine lebensfrohe Familie. Sohn Martin arbeitet in der Firma der Mutter. Er fährt im Oktober 2021 ihr Dienstauto, als in seinem Kopf plötzlich eine Schlagader platzt. Es kommt zu einem Unfall. Vier Tage später ist er tot. Sein Tod rettet andere Leben: Martin besaß einen Organspenderausweis. "Mein Sohn lebt in den Menschen nicht weiter, aber er ermöglicht ihnen, weiterzuleben", sagt Kerstin Didszun. Trotz ihrer unermesslichen Trauer macht sich Kerstin Didszun für Organspenden stark. Sie redet darüber. Ihre Vorträge werden in den sozialen Medien geteilt. Das Echo ist groß.Manchmal sind ihr die Anfragen zu viel. Dann zieht sie sich zurück. Das Gärtnern hilft der 58-Jährigen beim Nachdenken und Verarbeiten. Seit einigen Wochen arbeitet sie in ihrem Heimatort Berggießhübel für eine buddhistische Nonne und einen buddhistischen Mönch. "Diese Begegnung, diese Verbindung", sagt sie, "hat mein Sohn mir gesandt." Die buddhistische Lehre sieht im Tod keinen Endpunkt. Die Seele wird wiedergeboren. Ein tröstlicher Gedanke. Er gibt Kerstin Didszun die Kraft, weiterzumachen.

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04:43 Minuten

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Glaubwürdig: Uta Neidhardt

Es gibt Momente, da frage ich mich selbst: Ist das schaffbar? Den Gedanken schiebe ich dann aber schnell weg und mache weiter. Uta Neidhardt ist die Oberkonservatorin der "Gemäldegalerie Alte Meister" in Dresden. Das heißt: Sie kümmert sich um weltberühmte alte Bilder, sie kuratiert Ausstellungen, arbeitet in internationalen Forscherteams und sie schreibt Fachbücher. Die Arbeit ist ihr wichtig, doch sie ist ihr nicht alles. Uta Neidhardt ist mit einem Arzt verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern und einem syrischen Pflegesohn. Oberndrein engagiert sich die 62-Jährige in zwei Vereinen, die sich mit Dresdner Geschichte befassen. Ich lebe und arbeite in einer Stadt, die in puncto Kunst und Kultur sehr viel zu bieten hat, das ist ein Glück. Dieses Glück möchte sie weitergeben - an Frauen, die fremd in Dresden sind. Uta Neidhart initiiert den "FrauenFreitag im Museum". Ein Treff für Geflüchtete und Migrantinnen. Es kommen vor allem Ukrainerinnen und Frauen aus arabischen Ländern. Alle zwei Wochen treffen sie sich in der "Gemäldegalerie Alte Meister", trinken Tee, bestaunen Kunst und reden über Kultur, über Religion und über Ängste. Alle Menschen sind gleich. Aber das kriegen wir nur heraus, wenn wir uns begegnen.

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04:47 Minuten

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Glaubwürdig: Hans Werther

Er hat die Bilder in der Kirche seines Heimatdorfes schon als Kind geliebt: Wenn die Predigt mal wieder etwas lang wurde, legte Hans Werther den Kopf in den Nacken und betrachtete das hundert Jahre alte Deckengemälde des Künstlers Karl Völker. Einst kümmerte sich Hans' Vater um die Kirche in Schmirma, jetzt macht er das - und zwar mit Freude. Die kunstvolle Kirche zieht Menschen an, mit denen Hans Werther gern ins Gespräch kommt. Und er hat noch etwas von seinem Vater übernommen - die Baumschule. Zwischen 70.000 Artikeln fühlt sich der 68-jährige "Baumschullehrer" sichtlich wohl und weiß, dass Büsche, Bäume und Stauden im weiten Umkreis den Menschen in Gärten und Grünanlagen Freude bringen. Inzwischen hat die vierte Generation den Betrieb übernommen, aber Hans Werther ist mit seinem grünen Daumen noch immer eine gefragte Hilfe.

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04:38 Minuten

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Glaubwürdig: Klaus Zeh

Er ist schon ein bisschen stolz, wenn er von seinen Schützlingen spricht – wie sie sich durchbeißen, Jobs suchen, für ihre Familien einstehen. Klaus Zeh weiß, welche Anstrengungen die Geflüchteten gemeistert haben, um hier Fuß zu fassen und bleiben zu dürfen. Das Ausländerrecht ist kompliziert, aber mit Behördendeutsch deutscher Behörden kennt er sich aus. Dr. Klaus Zeh war 10 Jahre Minister in Thüringen und vor seinem Ruhestand Oberbürgermeister in Nordhausen. Jetzt, nach seiner aktiven Zeit, betreut er privat Geflüchtete. Es sind komplizierte Fälle, die in kein Raster passen und deshalb wenig Bleibeperspektive haben. Mit Gutachten für die Härtefallkommission hat er bereits einigen Geflüchteten Zeit verschafft, noch besser in Thüringen anzukommen und so ihre Chancen auf einen dauerhaften Aufenthalt zu erhöhen. Sie haben ihre Schulausbildung abgeschlossen, arbeiten im Hotel, auf dem Bau oder studieren. Weil ihm diese Menschen nahegehen und er deren Potenziale für unsere Gesellschaft sieht, setzt sich Klaus Zeh für die Geflüchteten ein.

MDR|Glaubwürdig|

04:42 Minuten

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Glaubwürdig: Annika Richau

Annika Richau hat ihren Traumjob erlernt. Gerade ist die 21-Jährige mit ihrer Ausbildung zur Pflegekraft fertig geworden. "Ich dachte mir damals immer, ich will etwas Sinnvolles tun." Nebenbei ist Annika im Betriebsrat ihres Krankenhauses aktiv und engagiert sich in der Verdi-Jugend. Der Personalmangel macht ihr zu schaffen. Gern hätte sie mehr Zeit für ihre Patienten - das ist für sie die Basis für gute Nächstenliebe und dafür kämpft sie. Kraft gibt ihr vor allem die St.-Moritz-Kirchengemeinde in ihrer Heimat Halberstadt - seit ihrer Kindheit ihr sicherer Hafen. "Ich liebe diesen Job, trotzdem gibt es oft genug Momente, in denen ich beginne, an meinem Glauben zu zweifeln." Schon mehrfach musste sie Menschen in den Tod begleiten, die in ihren Augen noch nicht hätten sterben müssen. Heute arbeitet und lebt sie in Magdeburg, aber wenn sie nicht weiterweiß, fährt sie nach Halberstadt und sucht das Gespräch mit dem Gemeindepädagogen Christian. Danach ist der Akku oft wieder etwas voller. Seit einigen Wochen arbeitet Annika nun als Pflegefachkraft. Mehrmals im Jahr organisiert sie Aktionen und Infoveranstaltungen für Auszubildende, um sie über ihre Rechte und Möglichkeiten aufzuklären, die sie in ihrem Beruf haben. Sich für andere einzusetzen, ist für sie selbstverständlich.

MDR|Glaubwürdig|

04:43 Minuten

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Glaubwürdig: Donatus Weinert

Für seine Tricks und subtilen Täuschungen geht er ins Gefängnis. Nicht als Strafe, sondern als Resozialisierungsmaßnahme. Donatus Weinert ist Zauberkünstler. Er tritt vor Gefangenen auf. Seine Künste lassen die Männer für kurze Zeit den Alltag hinter Gittern vergessen. "Magie kommt bei jedem anders an. Sie ist nicht nur Unterhaltung, sie regt zum Nachdenken an, sie fasziniert und lässt Illusionen entstehen." Donatus Weinert ist Katholik. Die Kirche hat ihn, allerdings auf Umwegen, vor mehr als 17 Jahren zum freiberuflichen Zauberkünstler gemacht. Der heute 64-Jährige arbeitet damals als Programmreferent in einem katholischen Verband in Köln. Er ist ein kritischer Geist. Mit seiner Meinung hält er nicht hinterm Berg. Nicht Jedem gefällt das. Donatus Weinert erhält ohne Angabe von Gründen die Kündigung. Seine Frau und seine beiden Kinder geben ihm Halt in dieser Zeit. Die Familie verlässt das Rheinland und zieht in Donatus' alte Heimat nach Lossatal bei Leipzig. Vom Glauben fällt er nicht ab, die Institution Kirche sieht er jedoch kritisch. Um Geld zu verdienen, macht Donatus Weinert die Zauberei zu seinem Beruf. Er besteht die Aufnahmeprüfung im Magischen Zirkel von Deutschland und wagt den Schritt in die künstlerische Freiberuflichkeit. Auch wenn es nicht immer einfach ist, diese Lebensentscheidung hat er nie bereut. "Es ist die Magie des Augenblicks. Mit der Zauberei rege ich die Menschen zur Fantasie an und zaubere ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Was will man mehr."

MDR|Glaubwürdig|

04:44 Minuten

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Glaubwürdig: Linda und Philipp Zeiler

Seit sechs Jahren radeln Linda und Philipp Zeiler gemeinsam mit ihrem guten Freund Uwe Kirchhoff im Sommer für krebskranke Menschen. Vor allem für Kinder und Jugendliche. Mit den Spenden, die sie von Sponsoren und bei ihren Benefiz-Konzerten unterwegs sammeln, unterstützen sie Vereine, die sich um die Betroffenen und ihre Familien kümmern. In diesem Jahr wird es der Sonnenstrahl e.V. in Dresden sein. Bei jedem Benefiz-Konzert erzählt Linda dem Publikum ihre eigene Geschichte: Sie ist der Anlass für die jährliche „Herzenstour“. Als Kind erkrankte sie an Leukämie und kämpfte viele Jahre um ihr Leben. Trost fand sie in ihrem christlichen Glauben und bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern solcher Vereine. „Die Kraft, die wir bei unseren Herzens-Touren für die Pedale aufbringen, ist nichts im Vergleich zu der Stärke, die der Kampf gegen den Krebs kostet.“

MDR|Glaubwürdig|

04:53 Minuten

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Glaubwürdig: Elke Witt

Elke Witt gehörte 1983 zum engen Kreis um Friedrich Schorlemmer, als der zum Kirchentag in Wittenberg mit einer Aktion Geschichte schrieb: Ein Schmied hämmerte auf das Schwert ein, bis eine Pflugschar daraus wurde – DAS Symbol der ostdeutschen kirchlichen Friedensbewegung. Nach der Aktion war das Berufsleben der studierten Geografin eine einzige Katastrophe. Umso wichtiger wurden für Elke Witt die kirchlichen Einrichtungen in der Lutherstadt – das Predigerseminar mit Friedrich Schorlemmer und das kirchliche Forschungsheim erlebte sie als gesellschaftliche Triebfedern und die evangelische Kirche als Freiraum für existentielle Diskussionen. 1984 ließ sich Elke Witt taufen. Heute bedauert sie, dass von der damaligen Aufbruchstimmung in der Kirche so wenig geblieben ist. Umso wichtiger für sie, die Erinnerungen an Aktionen wie damals mit dem Schwert und der Pflugschar wach zu halten.

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04:47 Minuten

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Glaubwürdig: Stephan und Torsten Jäger

Solche wie uns gibt es nur noch selten. Wir sind Leitermacher. Ein Handwerkerberuf, der heute gar nicht mehr ausgebildet wird. Stephan und Torsten Jäger führen ihre Firma im Thüringer Holzland in vierter Generation. Vater und Sohn bauen große Obstleitern, die guten Absatz finden. Handgefertigte Holzleitern sind rar. Früher – in den 1980ern - gab es in ihrem Heimatort Weißenborn sechzig Leitermacherwerkstätten. Heute sind es noch vier. Die Jugend geht weg. Zumeist zum Studieren in die Städte. Handwerkerberufe sind nicht mehr attraktiv. Die Jägers wollen das ändern, indem sie Nachwuchsarbeit betreiben. So oft es ihre Zeit erlaubt, öffnen sie ihre Werkstatttüren und zeigen Kindern und Jugendlichen, was man alles aus und mit Holz fertigen kann. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Stephan Jäger weiß das aus Erfahrung. Der heute 68jährige war nämlich erst 17 als sein Sohn Torsten auf die Welt kam. Meine Frau und ich konnten damals nicht einfach Elternzeit nehmen. So ist der Junior in der Werkstatt auf- und in den Beruf reingewachsen. Er beherrscht das Leiterhandwerk inzwischen besser als ich. Stephan und Torsten Jäger haben goldene Hände. Und die lassen sie auch nach Feierabend nicht ruhen. Wenn im Dorf etwas kaputt geht, sind die beiden zur Stelle. Regelmäßig kümmern sie sich um den Friedhof. Rasen mähen, Zäune reparieren oder Wege fegen. Der Friedhof ist ein heiliger Ort. Und er ist wichtig fürs Dorf. Wir helfen hier gern. Es ist für die Gemeinschaft. Die trägt uns in unserem Glauben.