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52:00 Minuten

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Der Weg zu den Sternen - Film von Pawel Kluschanzew

Der Film, der 1957 in der Sowjetunion produziert wurde, gehört bis heute zu den erstaunlichsten Special Effekt-Produktionen der Filmgeschichte. Selbst Hollywood-Größen wie Stanley Kubrick kamen an dem frühen Sowjet-Klassiker nicht vorbei und "kupferten" zehn Jahre später fleißig für "2001- Odyssee im Weltraum", der zu einem Welterfolg wurde. Auch wenn mittlerweile ganz andere Möglichkeiten bestehen, der Fantasie Bilder zu schenken - als Vorreiter von visuellen Effekten bleibt "Der Weg zu den Sternen" bis heute einer der bedeutendsten Science Fiction Filme.Einem der Väter der Raumfahrt - Konstantin Ziolkowski - gewidmet, zeigt der Film die Entwicklung der Wissenschaft und Astronomie, von den Anfängen bis zum ersten Sputnik, der 1957 das Tor zum Weltraum aufstieß. Erste Erfahrungen mit der Schwerelosigkeit werden demonstriert, zu einem Zeitpunkt als noch niemand wusste, was dabei genau passieren wird. Ebenso fantastisch die Raumstation, die im All als Sprungbrett zu den Sternen inszeniert wird. Alles Neuland damals für die menschliche Fantasie. Ebenso die Landung auf dem Mond, aber auch die wird imposant in Szene gesetzt.Ein Blick zurück in die Filmgeschichte, ein Blick zurück in die Vorstellungskraft der Menschen.

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43:55 Minuten

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Mitteldeutschland unterm Hakenkreuz - Film von Jan N. Lorenzen

Es waren keine professionellen Wochenschaukameramänner, die die Bilder vom Alltag in Mitteldeutschland während der NS-Zeit festhielten. Es waren Hobbyfilmer, die das normale Leben jenseits der offiziellen NS-Propaganda abbildeten: auf 8mm-Film und vor allem - die eigentliche Sensation - in Farbe! Das, wofür sie bereit waren, einen kostbaren Streifen Film zu opfern, wirkt zufällig, harmlos. Ein Mädchen hält ihre Puppe stolz in die Kamera; ein Bauer führt seine Pferde in die Saale zum sonntäglichen Bad; eine Frau schält Obst und legt Gurken ein. Doch bei aller Privatheit ist die Politik allgegenwärtig: Beiläufig wird der rechte Arm zum Gruß gehoben, von jedem öffentlichen Gebäude, von jedem Ausflugsdampfer aus grüßt man die Nazi-Fahne - und an beinahe jedem Wochenende gibt es irgendwo einen Aufmarsch mit Marschmusik: zum Betriebssportfest, zum 1. Mai, zum Erntedankfest.Käthe und Erich Höse aus Leipzig heiraten im August 1939. Ihre Hochzeitsreise beginnt in Ratibor, heute polnisch Racibórz. Die Oder ist hier zwar schon fast 100 Kilometer lang, doch sie ist noch schmal, kaum schiffbar. Mit dem Finger fährt Käthe Höse auf der Landkarte schon einmal die Route ab, dann wird das Boot zu Wasser gelassen. Die Höses paddeln mit dem Strom nordwärts – Richtung Ostsee. Sie frühstücken im Morgengrauen, ein frei laufendes Huhn lässt sich mit Brotkrumen füttern. Lastkähne ziehen vorbei. Die große Freiheit in der Diktatur!Teil 1 der Dokumentation "Mitteldeutschland unterm Hakenkreuz" erzählt die Jahre bis zum Kriegsbeginn - von einen Land, das glaubte, glücklich zu sein. Nur in wenigen Aufnahmen kündet sich die Katastrophe an: bei einer privaten Gasmaskenübung in Leipzig etwa, als im September 1938 beim Einmarsch ins Sudetenland der Krieg schon einmal zum Greifen nahe scheint. Auch in den Filmaufnahmen von Käthe und Erich Höse bildet sich das kommende Grauen ab. Im Hafen von Stettin, den die beiden Paddler am 30. August 1939 erreichen, liegt das zum Lazarettschiff umgebaute Urlauberschiff "Stuttgart" - bereit, die ersten Verwundeten des Krieges aufzunehmen.

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44:09 Minuten

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Mitteldeutschland unterm Hakenkreuz - Film von Jan N. Lorenzen

Es waren keine professionellen Wochenschaukameramänner, die die Bilder vom Alltag in Mitteldeutschland während der NS-Zeit festhielten. Es waren Hobbyfilmer, die das normale Leben jenseits der offiziellen NS-Propaganda abbildeten: auf 8mm-Film und vor allem - die eigentliche Sensation - in Farbe! Das, wofür sie bereit waren, einen kostbaren Streifen Film zu opfern, wirkt zufällig, harmlos. Ein Mädchen hält ihre Puppe stolz in die Kamera, ein Bauer führt seine Pferde in die Saale zum sonntäglichen Bad. Eine Frau schält Obst und legt Gurken ein. Doch bei aller Privatheit ist die Politik allgegenwärtig: Beiläufig wird der rechte Arm zum Gruß gehoben, von jedem öffentlichen Gebäude, von jedem Ausflugsdampfer grüßt die Nazi-Fahne - und an beinahe jedem Wochenende gibt es irgendwo einen Aufmarsch mit Marschmusik: zum Betriebssportfest, zum 1. Mai, zum Erntedankfest.Es sind Aufnahmen von Seltenheitswert: Schloss Colditz umfunktioniert als Gefangenenlager für polnische Kriegsgefangene; die Festung Königstein zweckentfremdet, um französische Offiziere und Generäle unterzubringen; ein Lager in Königsbrück bei Dresden, in dem sowjetische Soldaten vor sich hin vegetieren. Gefilmt hat diese Bilder der Wehrmachtsoffizier Walther Lenger aus Leipzig. Teil 2 der Dokumentation "Mitteldeutschland unterm Hakenkreuz" erzählt vom Alltag während des zweiten Weltkrieges: von der Musterung im Freibad in Bitterfeld, von der Rationierung der Lebensmittel in Leipzig, vom Warten auf den Alarm in einer Flakstellung bei Halle, von der Evakuierung der Kinder aus den von Bombenangriffen bedrohten Großstädten ins thüringische Ranis. Es liegt ein unterschwelliges Grauen in den Bildern der Amateurfilmer - die Katastrophe selbst zeigen sie nicht. Zu den letzten Bildern gehören Aufnahmen des unzerstörten Dresden – und die vermutlich einzigen Farbaufnahmen der weltberühmten Silhouette mit der Frauenkirche, bevor die Stadt im Februar 1945 in Schutt und Asche sank.

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44:37 Minuten

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DDR-Witze und der BND - Film von Lew Hohmann

"Keine Bretter für die Laube, für das Auto keine Schraube, für den Arsch kein Klopapier – aber Kosmonauten haben wir." Ein politischer Witz made in GDR wie er bis zuletzt Hochkonjunktur hatte.1977 startet der Bundesnachrichtendienst in Pullach eine sehr spezielle Geheimoperation. Agenten des BND sollen streng konspirativ die Welt der Witze im Arbeiter- und Bauernstaat erfassen und auswerten. Die erste Witze-Akte erreicht am 11.11.1977 Bundeskanzler Helmut Schmidt mit dem Vermerk "VS-Vertraulich". Man wählt den karnevalistischen Bezug, für den scheinbar unernsten Gegenstand nachrichtendienstlicher Ermittlungstätigkeit. Jahrzehntelang ist die Operation "DDR-Witz" ein Staatsgeheimnis der alten Bundesrepublik. Erst 2009 werden die Witz-Akten frei gegeben.Regisseur Lew Hohmann schaut hinein und rekonstruiert nahezu lückenlos den Witze-Flow Richtung Pullach. Einer der Lieferanten ist die Hauptstelle für Befragungswesen des BND. Sie wird tätig in den Notaufnahmelagern der BRD, wo Flüchtlinge und Übersiedler bei einer Tasse Kaffee auch nach politischen Witzen befragt werden. Daneben gibt es auch sogenannte "Zugbefrager", zumeist Frauen mittleren Alters, die als Reisende getarnt, ein Schwätzchen mit anderen Reisenden halten. Zum anderen werden aber auch Bundesbürger, die entweder Besuch aus der DDR bekommen oder selbst dort zu Besuch waren, auf DDR-Witze abgeklopft.In seinem Begleitbrief an Kanzler Kohl schreibt BND-Chef Wieck im November 1986: Gleichwohl offenbart der politische Witz in totalitären Systemen mitunter Missstände und Gegenströmungen zur gelenkten öffentlichen Meinung drastischer und unmittelbarer, als ausgefeilte Analysen dies vermögen.Die letzte Witze-Kladde wird am 11.11.1989, zwei Tage nach dem Mauerfall ordnungsgemäß im Bonner Kanzleramt abgegeben. Der Film schaut hinter die Kulissen der professionellen Witze-Sammler aus dem Westen und nicht weniger neugierig und direkt hinein in die Witze-Küchen der DDR. Tragisches und Witziges. Aufgestöbert und erzählt an Originalschauplätzen in Pullach und im "Osten". Mit hochkarätigen Protagonisten.

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89:30 Minuten

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Geheimsache Mauer - Die Geschichte einer deutschen Grenze

Es war einmal die Vision einer perfekten Grenze - modern, unsichtbar, ohne Tote. Hightech statt Schusswaffen, Sperrzaun und Beton. Ihre Erfinder nannten sie "Mauer 2000". Doch diese Vision wurde nie Realität.Mit diesem futuristisch anmutenden Szenario beginnt das 90-minütige Doku-Drama von Christoph Weinert und Jürgen Ast. 51 Jahre nach der Teilung Berlins welche die die Spaltung Deutschlands und Europas vollendete, wird die Geschichte der Berliner Mauer und innerdeutschen Grenze aus einer neuen Perspektive erzählt: Aus der Sicht derer, die sie geplant, erbaut und bewacht haben. Der Film offenbart einen tiefen Einblick hinter die Kulissen, in das "betonierte" Denken und berechnende Kalkül der Mauerstrategen, in ihre geheimen Pläne, die tödliche Grenze immer weiter zu perfektionieren.Der Film erzählt aber auch, wie Menschen die Mauer persönlich erlebten, wie sie für sie arbeiteten, in ihrem Schatten lebten, sie versuchten zu überwinden: Zum ersten Mal erzählt ein ehemaliger DDR-Grenzer im Fernsehen über den Moment, als er an der Mauer schoss. Erstmals berichtet ein Oberbefehlshaber der Grenztruppen über strategische Überlegungen und von den geheimen Sitzungen des Grenzkommandos. Im Gegensatz dazu erzählen Flüchtlinge, wie sie in gefährlichen Fluchtversuchen ihr Leben für die Freiheit riskierten.Die zum Teil exklusiven Interviews in Verbindung mit den aufwändigen Reenactments zeigen auf spannende und emotionale Weise die Geschichten der verschiedenen Protagonisten, sowie die Ereignisse innerhalb der Kommandozentralen des Grenzregimes. Mit Computeranimationen wird Archivmaterial in einem virtuellen Raum zum Leben erweckt, werden historische Räume rekonstruiert und wird - eingebunden in die persönlichen Geschichten - die Funktionsweise der Mauer und der DDR-Grenzsicherung greifbar. Der Film präsentiert bisher unveröffentlichtes privates farbiges Filmmaterial und bislang unbekannte Dokumente des DDR-Regimes: Geheimakten zur Sicherung der Mauer und zu Planungen, wie die Mauer noch unüberwindbarer, noch perfekter gemacht werden sollte. Geheimsache Mauer gewährt einen tiefen Einblick in die innere Logik des "Systems Mauer" und zeigt wie die Grenze funktionierte und was sie war - Symbol und tödliche Realität des Kalten Krieges.

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14:30 Minuten

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Familienbande - Der Generationenhof

"Vater-Mutter-Kind" - viele Kinder lernen früh, dass ihre Familie nicht so funktioniert, wie es das traditionelle Familienbild vorgibt. Ob Patchwork-Familie, Alleinerziehende oder Pflegeeltern: Wie kann modernes Familienleben aussehen? Die zweiteilige Serie "Familienbande" erzählt davon.In der alten Scheune rauscht der gasbetriebene Heizstrahler, fröhliches Stimmengewirr liegt in der Luft. Viele Hände, alte und junge, nageln, stricken, kleben. Es ist Bastelnachmittag im Generationenhof in Lindennaundorf bei Leipzig. Auf dem 150 Jahre alten Vierseitenhof wohnen knapp 20 Menschen aus vier Generationen. Es gibt hier Wohnungen für Alleinstehende, Paare, junge Familien. Außerdem haben sieben Kinder hier ein Zuhause, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können.Umringt von bastelnden Kindern und älteren Menschen sitzt Sina Gado. Die 41-Jährige hat das Projekt Generationenhof mit ins Leben gerufen. Sina wohnt hier mit ihrem Partner Jan und Tochter Johanna im ausgebauten Heuboden der Ostscheune. Zwischen Hofausbau, Regeln des Zusammenlebens und gemeinsamen Aktionen - Sina treibt das Projekt mit der Gemeinschaft voran. Außerdem ist sie Chefin von insgesamt acht WGs für Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern leben. Das bedeutet: Personalmangel bekämpfen, Spender suchen, Dienstpläne schreiben. "Hier auf dem Hof lernen alle von allen", sagt Sina Gado. "Eigentlich leben wir hier das Konzept Großfamilie von früher: Vier Generationen unter einem Dach.""Ein Film von Jana Münkel

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14:30 Minuten

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Familienbande (2) - Vater schafft

Film von Pauline VestringRené Vogel rührt blauen, roten und grünen Kuchenteig ineinander, er will für seine Tochter Johanna einen Schmetterlingskuchen zum dritten Geburtstag backen: Eine Premiere. Erst seit kurzem ist der junge Mann aus Lützen im Burgenlandkreis alleinerziehend. Er muss den Spagat zwischen seinem Vollzeitjob als Altenpfleger, seiner Tochter und dem Haushalt schaffen - und dabei auch noch mit Vorurteilen gegenüber alleinerziehenden Vätern fertig werden.

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45:57 Minuten

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1989 - Aufbruch ins Ungewisse - Unbekanntes aus Mitteldeutschland

Es gibt eine Fülle bislang unerzählter Geschichten aus den Städten und Dörfern jenseits von Leipzig oder Berlin. Exklusive Zeitzeugen, unbekanntes Archivmaterial, hochemotionale Szenen aus dem Schicksalsjahr 1989. Menschen aus Mitteldeutschland erzählen von ihren großen und kleinen Taten, ihren Hoffnungen und Ängsten während der Zeit der friedlichen Revolution. Menschen, die abseits der großen Zentren Geschichte geschrieben haben und auch zum Sturz der DDR beitrugen.Die DDR im Mai 1989. Überall im Land stehen Kommunalwahlen an. Auch eine Bankangestellte aus Halle wird als Wahlhelferin verpflichtet. Im Laufe des Tages fällt der Ökonomin plötzlich auf, wie von ihr ausgezählte Stimmlisten wenig später mit gefälschten Zahlen auftauchen. "Also da waren die Gegenstimmen plötzlich weg", erinnert sie sich. Die bislang völlig unpolitische Angestellte nimmt ihren ganzen Mut zusammen und weigert sich, diese Listen weiter zugeben. Sie möchte nicht mehr Teil dieses Systems aus Lügen und Lethargie sein, kann das mit ihrem Gewissen nicht mehr vereinbaren. So geht es vielen im Land.Mehr und mehr wird begonnen, die Autorität der SED offen in Frage zu stellen. Die Industrie ist veraltet und überholt, die Wirtschaft droht zu kollabieren. Selbst bei der Wismut AG in Ronneburg macht sich das bemerkbar. Weil der Abbau von Uran zurückgefahren werden soll, droht vielen Bergleuten das Aus. Sie sollen auf einmal nicht mehr unter Tage arbeiten dürfen, sondern Bonbon- oder Nudelmaschinen herstellen. Ein Akt der Verzweiflung, wie selbst der damalige ökonomische Direktor der Wismut erkennt.Die marode Wismut AG - kein Einzelfall. Auch im Leipziger Braunkohlerevier sieht es nicht besser aus. Immer wieder ziehen neue Staubwolken auf und hüllen das Land in ein einziges Grau. Eine Kinderkrankenschwester aus Espenhain muss Tag für Tag mit ansehen, wie immer mehr Kinder wegen Atemnot und Hautausschlägen zum Kinderarzt gehen. "Sie haben die Leute nicht gesehen, sie haben die Leute gerochen", beschreibt sie die katastrophale Lage. Ähnlich ist die Lage im Frühjahr ’89 im thüringischen Knau. Gülle von 180.000 Schweinen nimmt der Bevölkerung die Luft zum Atmen. Ganze Waldgebiete veröden durch die giftigen Güllegase. "Da wäre es Ihnen schlecht geworden", weiß der damalige Pfarrer aus dem benachbarten Dittersdorf heute noch zu berichten. Gemeinsam gehen jetzt Umweltschützer aus Ost und West gegen die Verantwortlichen vor. Von der Stasi bedrängt, entscheidet sich der Pfarrer schweren Herzens zur Ausreise in die Bundesrepublik. Wie er brechen tausende Bürger der DDR in diesem Sommer über Prag und Ungarn auf in den Westen.Doch eigentlich möchten die meisten Menschen ihre Heimat gar nicht verlassen. Was sie wollen, sind schrittweise Veränderungen im verkrusteten Land. Und so sind es in vielen Dörfern und Städten gerade ganz einfache Leute, die über Nacht zu Helden werden. So wie ein gelernter Fleischer aus Arnstadt, der in seiner Unzufriedenheit mit dem Zustand seines Landes eines Nachts anfängt, Flugblätter zu schreiben und seine Nachbarn aufzurufen zum friedlichen Protest gegen den Staat. Und tatsächlich kommt es dann am 30. September ’89 zur ersten Demonstration in Arnstadt …

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44:27 Minuten

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1989 - Aufbruch ins Ungewisse - Unbekanntes aus Mitteldeutschland

Es gibt eine Fülle bislang unerzählter Geschichten aus den Städten und Dörfern jenseits von Leipzig oder Berlin. Exklusive Zeitzeugen, unbekanntes Archivmaterial, hochemotionale Szenen aus dem Schicksalsjahr 1989. Menschen aus Mitteldeutschland erzählen von ihren großen und kleinen Taten, ihren Hoffnungen und Ängsten während der Zeit der friedlichen Revolution. Menschen, die abseits der großen Zentren Geschichte geschrieben haben und auch zum Sturz der DDR beitrugen.Die ersten Novembertage. Der Staat befindet sich in Auflösung, überall in den Städten und Dörfern regt sich der Protest. Doch in den Kasernen der NVA wird weiter für den Kampf gegen den Klassenfeind trainiert. Rekruten werden eingezogen, darunter auch zwei junge Männer aus dem Umfeld der Leipziger Bürgerbewegung. Sie selber waren bei den ersten Montagsdemonstrationen dabei. Jetzt müssen sie einrücken - und schon wenige Tage später kommt ein überraschender Einsatzbefehl. Die Männer haben Angst: Werden sie jetzt gegen die eigene friedlich demonstrierende Bevölkerung eingesetzt? Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer, nach 28 Jahren. Auch andernorts bekommt der Eiserne Vorhang rasch erste Löcher. Der Wetterwart auf dem Brocken traut seinen Ohren nicht, als sein kleiner Sohn mit der Nachricht nach Hause kommt: "Mutti, Papa mitkommen. Der Onkel macht mit dem großen Trecker die Grenze kaputt!"Der 9. November - für die meisten ein Tag voller Jubel, aber nicht für alle. Ein Oberstleutnant der Stasi feiert an diesem Tag einen großen runden Geburtstag, doch er und seine Kollegen betrachten die Vorgänge mit sehr gemischten Gefühlen.Die Aufbruch-Stimmung erfasst das ganze Land. Auch in den Gefängnissen kommt es zu Demonstrationen und Streiks. Häftlinge fordern eine Überprüfung ihrer Strafen - politische Gefangene die Freilassung. Ein stellvertretender Gefängnisleiter berichtet der Regierung von chaotischen Zuständen und setzt sich für eine Lösung ein. Am 6. Dezember ’89 verkündigt die DDR-Regierung eine Amnestie. Werdau im sächsischen Vogtland. Hier kam es vor wenigen Wochen zur Eskalation zwischen Bürgern und Einsatzkräften der Polizei an den Bahngleisen, als ein Zug mit DDR-Flüchtlingen aus Prag vorbei fuhr. Nun tritt der verantwortliche Major der Volkspolizei vor die versammelten Bürger der Stadt und entschuldigt sich für das brutale Vorgehen seiner Einheit. "Ich hab´ keinen Schlaf gefunden hinterher, weil mir dieses ganze Geschehen durch den Kopf ging." Eine sehr ergreifende und leider auch sehr seltene Geste in diesem Herbst, an die sich viele Werdauer bis heute gut erinnern.

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44:36 Minuten

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1989 - Aufbruch ins Ungewisse - Unbekanntes aus Mitteldeutschland

Es gibt eine Fülle bislang unerzählter Geschichten aus den Städten und Dörfern jenseits von Leipzig oder Berlin. Exklusive Zeitzeugen, unbekanntes Archivmaterial, hochemotionale Szenen aus dem Schicksalsjahr 1989. Menschen aus Mitteldeutschland erzählen von ihren großen und kleinen Taten, ihren Hoffnungen und Ängsten während der Zeit der friedlichen Revolution. Menschen, die abseits der großen Zentren Geschichte geschrieben haben und auch zum Sturz der DDR beitrugen. Anfang Dezember 1989 herrscht Hochbetrieb in den Stasi-Dienststellen der untergehenden Republik. Es gilt, möglichst schnell hochbrisantes Aktenmaterial zu vernichten. Die Öfen und Reißwölfe laufen rund um die Uhr. So auch in der örtlichen MfS-Bezirksverwaltung in Halle, wo sich ein Diplom-Geologe der Aktenvernichtung entgegenstellt. „Wir haben die Reißwölfe stillgelegt.“ In Salzwedel kommt es zu einem dramatischen Gegenüber. Auch hier will ein Lehrer verhindern, dass Akten verbrannt oder vernichtet werden. Als er sich mit Mitstreitern aus dem Bürgerkomitee Zutritt verschaffen will, hält man ihm eine Pistole an den Kopf...Während der Pause in ihrem kleinen Aufenthaltsraum hören Busfahrer im thüringischen Suhl zufällig im Radio, dass jeder das Recht besitzt, Einsicht in seine eigene Stasi-Akte zu nehmen. Spontan fahren sie zur örtlichen Stasibehörde und müssen mit ansehen, wie im Hof Akten auf einen LKW zum Abtransport geladen werden. Sind das Akten, die vernichtet werden sollen? Die Busfahrer entscheiden blitzschnell, das Gebäude mit ihren Bussen zu umstellen - und riegeln damit die Stasibehörde ab.Es ist Silvester. Ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Erstmals seit 28 Jahren feiern Ost und West zusammen - nicht nur am Brandenburger Tor. In einer NVA-Kaserne im brandenburgischen Beelitz jedoch wird nicht gefeiert. Die aktuellen Entwicklungen werden hier wie in der gesamten Armee von der Führung völlig ignoriert. Spontan schließen sich an diesem Tag einige Wehrpflichtige zu einer Demonstration zusammen. Sie trinken sich Mut an und versammeln sich vor dem Kasernentor. „Wir waren verzweifelt genug um zu sagen: Wir nehmen jede Chance wahr.“ Was vorher undenkbar war, tritt nun ein - die Soldaten verweigern den Dienst. Zwei Rekruten aus Leipzig erarbeiten zusammen mit weiteren Soldaten einen ersten Forderungskatalog. Die Soldaten harren aus, bleiben standhaft, auch als am 3. Januar Verteidigungsminister Theodor Hoffmann nach Beelitz kommt. Der Beelitzer Soldatenstreik ist die erste Meuterei in einer deutschen Armee seit dem 2. Weltkrieg.Der Staat ist in Auflösung begriffen. Runde Tische und neue Parteien werden gegründet und Demokratie geübt. Mildensee, ein kleines Dorf bei Dessau, macht den Anfang. In geheimer und freier Wahl wird hier im Januar 1990 eine Bürgermeisterin gewählt - noch vor der ersten Volkskammerwahl im März 1990.

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43:23 Minuten

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1989 - Aufbruch ins Ungewisse - Unbekanntes aus Mitteldeutschland

Es gibt eine Fülle bislang unerzählter Geschichten aus den Städten und Dörfern jenseits von Leipzig oder Berlin. Exklusive Zeitzeugen, unbekanntes Archivmaterial, hochemotionale Szenen aus dem Schicksalsjahr 1989. Menschen aus Mitteldeutschland erzählen von ihren großen und kleinen Taten, ihren Hoffnungen und Ängsten während der Zeit der friedlichen Revolution. Menschen, die abseits der großen Zentren Geschichte geschrieben haben und auch zum Sturz der DDR beitrugen.5. Oktober 1989. An den Bahngleisen von Werdau in Sachsen braut sich etwas zusammen. Die Menschen sind gekommen, um die Durchfahrt eines Sonderzuges zu beobachten. Der Zug kommt aus Prag und muss durchs Vogtland in Richtung Bundesrepublik fahren, voll mit DDR-Flüchtlingen aus der Prager Botschaft, denen Außenminister Genscher sechs Tage zuvor die Genehmigung ihrer Ausreise verkündet hat. Hier bei Werdau ist eine Stelle, wo alle Züge besonders langsam fahren müssen. Die örtlichen Polizeieinheiten sind nervös. Sie sollen mögliche Ausschreitungen und das Aufspringen auf den Sonderzug verhindern. Die Einsatzkräfte werden an den Gleisen zusammengezogen und versuchen, die Schaulustigen zu vertreiben. - Die Situation eskaliert, Hunde und Schlagstöcke kommen zum Einsatz. Eine Brutalität, die den verantwortlichen Major der Volkspolizei zum Nachdenken zwingt: "Du bist dort das erste Mal gegen Teile deines eigenen Volkes vorgegangen."Nur eine Woche später, der 40. Jahrestag der DDR. Viele Menschen sehen die pompösen Paraden und ausgelassenen Feiern nur noch als Farce. Auch für eine Bäckerin in Arnstadt gibt es keinen Grund zu feiern. Mit Gleichgesinnten zieht sie durch die Stadt - auf Bettlaken Forderungen nach Reformen. Auch hier greifen die Polizeieinheiten knüppelnd ein, lösen die Versammlung mit Gewalt auf. Eine erniedrigende Odyssee erwartet die Bäckerin. Sie wird verhaftet, vernommen und ins Erfurter Gefängnis gebracht.Am gleichen Tag im sächsischen Plauen: Hier versammeln sich bis zu 10.000 Menschen zum gemeinsamen Protest, unter ihnen auch ein Lehrer und viele seiner Schüler. Am nächsten Schultag wird er von der Schulleitung angewiesen, die Demonstration vom 7. Oktober in den Klassen als staatsfeindliche Provokation aufs Äußerste zu verurteilen. Moralisch hin und her gerissen, stellt er sich die Frage: "Musst du jetzt zum Schwein werden, zum elenden verlogenen Schwein?"Zwei Tage später macht sich ein Gastwirt aus Oschatz auf in die Stadt der berühmten Montagsdemos. Heimlich filmt er mit seiner Kamera in Leipzig und führt die Bilder dann seinen Nachbarn und Mitbürgern daheim vor. "Was in Leipzig möglich ist, das muss auch hier möglich sein", sagen sich die Oschatzer und stellen in der Kirche zum ersten Mal die Obrigkeit zur Rede.

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